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Region Lachte-Lutter-Oker übergibt Regionales Entwicklungskonzept

Bei schönstem Sonnenschein hat die Region Lachte-Lutter-Oker kürzlich einen wichtigen Schritt zur Anerkennung als LEADER-Region geschafft: das Regionale Entwicklungskonzept (REK) wurde Ende April an die Landesbeauftragte Monika Scherf überreicht. Das Konzept wurde in den letzten Monaten intensiv mit den Mitgliedern der Lokalen Aktionsgruppe und vielen weiteren engagierten Beteiligten erarbeitet und soll als Richtschnur für die regionale Entwicklung in den Jahren von 2023 bis 2027 dienen. Zur Region Lachte-Lutter-Oker gehören die Gemeinde Eschede, die Samtgemeinden Lachendorf und Meinersen sowie die Ortsteile Altenhagen, Boye, Garßen, Groß Hehlen und Klein Hehlen der Stadt Celle. Nach einer Bestandsanalyse durch die Darstellung der Ausgangslage und der SWOT-Analyse konzentriert sich das REK in der regionalen Entwicklungsstrategie auf vier Handlungsfelder, welche unter anderem die Themen regionale Daseinsvorsorge, dörfliche Strukturen, kleinstrukturierte Wirtschaft, Naturschutz sowie Land- und Forstwirtschaft aufgreifen. Neu ist, dass diesen Handlungsfeldern bereits Startprojekte zugeordnet sind, die nach der offiziellen Anerkennung der Region im Januar 2023 kurzfristig umgesetzt werden sollen.

„Ich bin beeindruckt, wie konkret und detailliert die ersten Ideen bereits ausgearbeitet wurden. Das zeigt, wie gut die Region bereits zusammengewachsen ist und welchen Mehrwert diese Kooperation für alle beteiligten Kommunen und Akteure hat“, lobte die Landesbeauftragte Monika Scherf bei der Übergabe.

Das REK enthält außerdem Informationen zum Beteiligungsprozess, zur Zusammensetzung und Struktur der Lokalen Aktionsgruppe, zu den Förderbedingungen, der Projektauswahl, einen Finanzplan und ein Kapitel zur Begleitung und Bewertung des Prozesses.

Nun liegt der Ball beim Amt für regionale Landesentwicklung: „Unsere Aufgabe ist es jetzt, alle Konzepte sehr genau zu prüfen und zu gucken, wo eventuell noch nachgebessert werden muss. Wir garantieren damit auch, dass die Fördermittel bestmöglich und im Sinne aller eingesetzt werden“, erklärte Scherf das weitere Vorgeben. Über eine endgültige Aufnahme ins Programm entscheidet das Landwirtschaftsministerium. Der Startschuss ist für Anfang 2023 geplant.

Wenn die Region Lachte-Lutter-Oker als LEADER-Region anerkannt wird erhält sie voraussichtlich ein Budget von rd. 1,75 Mio. Euro für den Zeitraum von 2023 bis 2027. Dieses Geld soll zur Projektförderung in den oben genannten Handlungsbereichen und zur Finanzierung eines begleitenden Regionalmanagements genutzt werden.

 

Hintergrund: LEADER in der neuen Förderperiode

Im Amtsbezirk Lüneburg bewerben sich derzeit 21 LEADER-Regionen für die Neuauflage des Programms ab 2023. Sie bestehen aus mehreren Kommunen, die sich – zum Teil landkreisübergreifend –für das Programm beworben haben. Einige agieren schon seit vielen Jahren zusammen, andere schließen sich gerade neu zusammen oder erweitern ihr Gebiet.

Als Grundlage müssen alle Regionen bis Ende April ein Regionales Entwicklungskonzept erarbeiten. Dieses enthält neben einem Evaluierungsbericht unter anderem auch einem Finanzplan, eine Projektauswahl und ein Konzept zur Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Kosten dafür werden mit 75 Prozent vom Land gefördert.

Bei LEADER gilt das sogenannte Bottom-Up-Prinzip. Das heißt: Jeder LEADER-Region steht für die nächsten Jahre ein festes Budget zur Verfügung. „Die Akteure vor Ort entscheiden dann selbst, welche Projekte für die nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinden am besten geeignet sind. Dabei werden die Ideen gemeinsam und auf Augenhöhe entwickelt“, berichtet Siegfried Dierken aus der Geschäftsstelle Verden des ArL Lüneburg. Er und seine Kolleg*innen sind als beratendes Mitglied auch Teil der „Lokalen Aktionsgruppen“ (LAG), an denen neben Mitgliedern aus Politik und Verwaltung auch Vertreter von Vereinen und weiteren lokalen Institutionen teilnehmen. „Wir sind diejenigen, die später prüfen, ob die Projekte förderfähig sind. Bei uns reichen die Antragsteller auch die ganzen Unterlagen und Verwendungsnachweise ein“, erklärt Dierken.

Finanziert wird das Programm aus dem ELER-Fonds (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes). Die Förderung erfolgt ausschließlich mit EU-Mitteln, allerdings müssen diese kofinanziert werden, beispielweise mit einem Eigenanteil.

Die Abkürzung LEADER kommt aus dem Französischen (liaison entre actions de développement de l’économie rurale). Ziel ist es, die Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Es handelt sich dabei um ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 innovative Aktionen und Projekte im ländlichen Raum gefördert werden.